{"id":759,"date":"2014-01-02T08:00:06","date_gmt":"2014-01-02T06:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/?p=759"},"modified":"2013-12-30T14:35:12","modified_gmt":"2013-12-30T12:35:12","slug":"magister-zwickel-und-der-teufel-eine-sage-aus-der-wiener-vorstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/2014\/01\/02\/magister-zwickel-und-der-teufel-eine-sage-aus-der-wiener-vorstadt\/","title":{"rendered":"Magister Zwickel und der Teufel (eine Sage aus der Wiener Vorstadt)"},"content":{"rendered":"<p>Es war dereinst ein Magister in Hernals, Zwickel war sein Name, der war dem Biere nur allzu zugetan, und so geschah es, dass der werte Magister sich eines Abends zu recht sp\u00e4ter Stunde auf den Abort seiner Lieblingsgastwirtschaft verf\u00fcgte, um seiner wohlgef\u00fcllten Blase Erleichterung zu verschaffen. Als er da so am Pissoir stand und zufrieden \u00fcber sich und sein Leben nachsann, da tat es in der benachbarten Kabine einen riesigen Bumperer, und es krachte und blitzte, und an des Magisters Nase drang ein abscheulicher Gestank nach Pech und Schwefel.<!--more--> Nanu, so dachte sich Magister Zwickel, ich hab gar nicht mitgekriegt, dass mein Freund, der Ingenieur D\u00f6bl, heut Abend auch da ist. Aber als die Kabinent\u00fcr aufschwang, da kam gar nicht der Ingenieur D\u00f6bl heraus, sondern ein ihm g\u00e4nzlich Fremder, in einen dunklen Anzug gekleidet, mit ordentlichem Scheitel und einer strengen Hornbrille. Oha, Sie, so sprach der Magister Zwickel, m\u00fcssen einer dieser Literaturkritiker sein, von denen ich schon soviel geh\u00f6rt und gelesen habe. Zwickel, sprach darauf der Fremde, sei nicht deppert, ich bin der Teufel. Sag ich doch, antwortete Magister Zwickel und zog seinen Rei\u00dfverschluss zu. Der Teufel, denn er war es wirklich, verdrehte kurz die Augen, tat einen Sto\u00dfseufzer und sagte: Zwickel, in deinem Postkastl liegt seit vierzehn Tagen die dritte Mahnung vom Beate-Uhse-Versand, reicht dir das als Beweis? Hoppla, dachte sich da der Magister, das muss f\u00fcrwahr der Teufel sein!<\/p>\n<p>Ich beobachte dich schon l\u00e4nger, sprach der Teufel, und wei\u00dft du, was mir aufgefallen ist? Ich hab nicht die geringste Ahnung, wie du mit Vornamen hei\u00dft. Das wurmt mich, und zwar so sehr, dass ich extra heraufgekommen bin, um dir anzuschaffen, ihn mir zu verraten. So ein Unfug, antwortete Magister Zwickel dem Teufel, du solltest am Allerbesten wissen, dass nicht einmal die NSA meinen Vornamen kennt. Ja, murmelte der Teufel, bei denen habe ich zuerst nachgefragt. Allesamt Dilletanten, diese Amis! Und so verlegte sich der Teufel, weil er gar so ein neugieriger Geselle war, aufs Bitten und Betteln. Zwickel, bitte sag mir deinen Vornamen. Der Magister jedoch blieb unerbittlich. Na gut, sprach der Teufel, als er merkte, dass er so nicht weiterkam, wenn ich dir drei W\u00fcnsche erf\u00fclle, wirst du mir dann deinen Vornamen sagen? Der Magister Zwickel sann kurz \u00fcber den Vorschlag des Teufels nach, und antwortete schlie\u00dflich: Passt, Luzi! Wenn du es schaffst mir drei W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen, dann sage ich dir meinen Vornamen, aber du musst mir versprechen, dass du dir eine Woche Zeit l\u00e4sst, bevor du ihn an die Presse weitergibst. So wurden sich der Teufel und der Magister Zwickel einig. Was also, fragte der Teufel, ist dein erster Wunsch?<\/p>\n<p>Das ist einfach, antwortete Magister Zwickel, mich nerven die Blauen im \u00f6sterreichischen Parlament ganz gewaltig, und so w\u00fcnsche ich mir, dass die dort gar nix mehr zum Sagen haben. Pfff, sprach der Teufel, dem es ein bissl auf die Nerven ging, dass er ausgerechnet gegen die Partei vorgehen sollte, zu der er die besten Kontakte hatte, aber wie gesagt: die Neugier ist ein Luder. Und so stellte er sich bei jedem FP\u00d6-Abgeordneten mit einem anst\u00e4ndigen Geldk\u00f6fferchen ein, das gen\u00fcgte, um jeden einzelnen davon zu \u00fcberzeugen, sich k\u00fcnftig mit den Gr\u00fcnen auf ein Packl zu hauen. Nur den HC Strache lie\u00df der Teufel ungeschoren, denn gegen die eigene Familie soll man bekanntlich ja nicht intrigieren.<\/p>\n<p>Und was, fragte der Teufel, als er fertig war, ist dein zweiter Wunsch? Hmm, brummelte Magister Zwickel, den es ein wenig wurmte, wie einfach das mit der FP\u00d6 gewesen war, ich w\u00fcnsche mir, dass die Stra\u00dfenbahnlinie 43 f\u00fcrderhin nie wieder so vollgestopft ist, denn das ist echt das Letzte. Oha, dachte sich da der Teufel, das ist ein harter Brocken, und er zog sich kurz zu einer sch\u00f6pferischen Pause zur\u00fcck. Aber schlie\u00dflich fand er auch f\u00fcr diesen Wunsch eine gute L\u00f6sung, und er bestellte den Magister zum Elterleinplatz. Als der erste 43er kam, sah der Zwickel schon von weitem, dass der ganz und gar v\u00f6llig leer war, und staunte gar sehr. Aber als sich die T\u00fcren der Stra\u00dfenbahn \u00f6ffneten, verstand er, wie der Teufel das geschafft hatte, denn aus dem Waggon schallte ihm in voller Lautst\u00e4rke Matthias Reim entgegen. Und das l\u00e4sst sich auch nicht mehr abstellen, sagte der Teufel stolz, und jetzt w\u00fcrde ich gerne deinen dritten Wunsch wissen.<\/p>\n<p>Hmm, brummelte Magister Zwickel, den es ein wenig wurmte, dass er jetzt k\u00fcnftig auch selbst nicht mehr mit dem 43er w\u00fcrde fahren k\u00f6nnen. Er dachte intensiv nach und verk\u00fcndete schlie\u00dflich: ich w\u00fcnsche mir, dass ich von jetzt bis in alle Ewigkeit in der Alsbachprinzessin nie wieder etwas f\u00fcr mein Bier zu bezahlen habe. Haha, lachte da der Teufel, das ist meine einfachste \u00dcbung, mach dich schon einmal bereit, mir deinen Vornamen zu verraten, und er wurde umgehend bei Oberkellner Frantisek in der Alsbachprinzessin vorstellig. Dem Oberkellner Frantisek jedoch gefiel die Geschichte mit dem Freibier f\u00fcr den Magister Zwickel \u00fcberhaupt nicht. Ich kann doch nicht, so sprach er, ohne weiteres auf fuffzig Prozent meines Umsatzes verzichten. Sieben Tage und sieben N\u00e4chte verhandelte der Teufel mit dem Oberkellner Frantisek, und er bettelte und drohte und tobte und schmeichelte ihm, wie es eben nur ein Teufel zuwege bringt. Aber das nutzte dem Teufel gar nichts, der Oberkellner Frantisek, der sich ganz trefflich auf das Feilschen und Verhandeln mit s\u00e4mtlichen Hernalser Schnorrern und Dranglern verstand, blieb hart, und der Teufel hatte das Nachsehen.<\/p>\n<p>Du hast gewonnen, sagte der Teufel kleinlaut zum Magister Zwickel, gegen diesen Frantisek kann nicht einmal der Teufel etwas ausrichten. Hmm, brummelte Magister Zwickel, der schon ganz gerne bis an sein Lebensende Freibier in der Alsbachprinzessin gehabt h\u00e4tte, und der gleichzeitig ein wenig Mitleid mit dem Teufel empfand. Glaub mir, Luzi, sagte er, ich kenn das Problem, und es war ein bissl unfair von mir, dir so eine schwere Aufgabe zu stellen. Zum Ausgleich bot der Magister Zwickel dem Teufel an, er w\u00fcrde ihm seinen Vornamen ins Ohr fl\u00fcstern, im Gegenzug d\u00fcrfe der Teufel selbigen aber niemals jemandem verraten. Und so geschah es. Beim Abschied rieb sich der Teufel die Schl\u00e4fen, denn er hatte von der anstrengenden Woche mit dem Oberkellner Frantisek noch immer Migr\u00e4ne, und sagte: Na dann, servus, &#8230;. ! Pscht, sagte daraufhin Magister Zwickel, halt die Gosch&#8217;n, denn ich will das alles noch aufschreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war dereinst ein Magister in Hernals, Zwickel war sein Name, der war dem Biere nur allzu zugetan, und so geschah es, dass der werte Magister sich eines Abends zu recht sp\u00e4ter Stunde auf&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[],"class_list":["post-759","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-gschichtln-aus-hernals"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=759"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":761,"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/759\/revisions\/761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}