{"id":311,"date":"2013-01-05T14:25:33","date_gmt":"2013-01-05T12:25:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oebwsv.at\/zwickel\/2013\/01\/05\/neujahrsvorstze\/"},"modified":"2013-10-25T17:50:50","modified_gmt":"2013-10-25T15:50:50","slug":"neujahrsvorstze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alsbachprinzessin.at\/zwickel\/2013\/01\/05\/neujahrsvorstze\/","title":{"rendered":"Neujahrsvors\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p>Ein Jahreswechsel bietet traditionell die Option, seinen eigenen Lebenswandel einmal grunds\u00e4tzlich zu \u00fcberdenken. Die Klassiker unter sogenannten Neujahrsvors\u00e4tzen sind dem geneigten Leser wohl bekannt: Mit dem Rauchen aufh\u00f6ren, weniger und ges\u00fcnder essen, den Alkoholkonsum herunterschrauben und die w\u00f6chentlichen Bordellbesuche auf ein f\u00fcr die Lebenspartnerin akzeptables Ma\u00df reduzieren. Werte Leserschaft, auch Ihr nichtswerter Chronist ist \u00fcber die Festtage in sich gegangen und hat weitreichende Konsequenzen f\u00fcr sein Dasein im Jahre 2013 beschlossen. Diese m\u00f6chte ich Ihnen an dieser Stelle keineswegs vorenthalten, bieten sie doch praktische Anhaltspunkte zur Lebensf\u00fchrung f\u00fcr jedermann. Mein in nur wenigen Tagen erfolgter \u00dcbergang zu einem besseren Menschen sei im Folgenden dargelegt:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>1. J\u00e4nner 2013<\/p>\n<p>Die Sache mit der Raucherei habe ich ab nun fest im Griff. Um mein von Gesundheitsaposteln, kettenrauchenden Lungenfach\u00e4rzten und anderen Idioten eingeredetes schlechtes Gewissen nicht noch mehr zu belasten, klebe ich ab sofort die Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen geflissentlich mit Gafferband ab. Dies versetzt mich in die Lage, f\u00fcrderhin mehr und st\u00e4rkere Zigaretten rauchen zu k\u00f6nnen denn je zuvor. Die dreist\u00fcndige Abstinenz vom Glimmst\u00e4ngel am Silvesterabend ist endg\u00fcltig vergessen (ebenso der kl\u00e4gliche Versuch meines Trafikanten, sich am Laternenmast vor der Alsbachprinzessin aufzuh\u00e4ngen, nachdem er im ZIB Flash von meiner Rauchpause erfahren hatte). Die zwei Tschickautomaten in meiner Wohnung werden wieder in Betrieb genommen. Dies wird meinen monatlichen Umsatz steigern um mir folglich noch mehr Zigaretten und Gafferband kaufen zu k\u00f6nnen. Den viertelj\u00e4hrlichen Tabaksteuerbescheiden sehe ich ab sofort gelassen entgegen: ich \u00fcberklebe sie mit Gafferband. \u00dcberhaupt werde ich im neuen Jahr Gafferband LKW-weise verbrauchen. Eine ganz hervorragende Figur macht es auf Blutbefunden (hat sich sofort in die Sektion \u201eTriglyzeride\/Cholesterin\u201c verliebt). \u00dcberdies l\u00e4sst sich im Anlassfall eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Wampe vorteilshaft und ohne fig\u00fcrliche Einbu\u00dfen um die H\u00fcfte schn\u00fcren.<\/p>\n<p>2. J\u00e4nner 2013<\/p>\n<p>Drastische Ern\u00e4hrungsumstellung beschlossen. Die XXL-Cordon-Bleu in der Alsbachprinzessin werden nicht mehr mit Grammelkn\u00f6deln oder einem halben Spanferkel, sondern wieder traditionell mit einem halben Kilo Bauchspeck und einem Block Gouda gef\u00fcllt. Die Salatgarnitur wird nicht mehr zur\u00fcckgeschickt sondern erst gar nicht mitbestellt. Diese Verschwendung an Nahrungsmitteln muss aufh\u00f6ren. Man muss sich ja von Grund auf sch\u00e4men, wenn man diese bedr\u00fcckenden Berichte von verhungernden Kleinkindern in Afrika zu Gesicht bekommt und dann selbst lebt wie die Made im Speck. Zudem sehe ich ein, dass 9 Kr\u00fcgerl an einem Abend zu viel sind. Ich steige auf Seideln um und trinke deren maximal 16. Besuche beim Schachtelwirt gibt es nur an ungeraden Tagen, an geraden Tagen nur im besoffenen Zustand ab 1h morgens und mit einer Nelke im Knopfloch. Die Ern\u00e4hrungsinformationen auf den kleinen Burgersch\u00e4chtelchen werden mit Gafferband \u00fcberklebt.<\/p>\n<p>3. J\u00e4nner 2013<\/p>\n<p>Ich brauche l\u00e4ngeren und ges\u00fcnderen Schlaf. Mein Chef wird lernen m\u00fcssen, wie unzumutbar es f\u00fcr einen hart arbeitenden Menschen wie mich ist, schon um halb elf im B\u00fcro erscheinen zu m\u00fcssen, um dann erst um 14h heimgehen zu k\u00f6nnen. \u00dcberhaupt werde ich in der Firma einmal auf den 150-Jahre alten Biedermeiertisch mit Perlmuttapplikationen hauen m\u00fcssen: Die Louis-XV-Arbeitscouch in meinem spartanisch ausgestatteten 300m\u00b2-B\u00fcro hat Champagnerflecken und geh\u00f6rt dringend ausgetauscht (notfalls stelle ich Gafferband zum \u00dcberkleben). Meine 23-j\u00e4hrige Privatsekret\u00e4rin, eine nymphomanische Ex-Miss-Liechtenstein, kommt langsam aber sicher in die Jahre und muss dringend durch ein j\u00fcngeres Modell ersetzt werden. Au\u00dferdem erwartet sie ein Kind von mir. Der 7er-BMW, der mir als Dienstwagen gestellt wurde, passt nicht ins Vorzimmer meines Penthouse am Graben, weil der Diensthubschrauber zu weit aus dem Vorraum mit meiner Ming-Vasensammlung ragt (Memo an mich: Innenarchitekt ermorden). Ich gehe zur Gewerkschaft oder zur Arbeiterkammer. Arbeitsbedingungen wie im Archipel Gulag! Das weckt meinen unternehmerischen Geist, und nehme kurzentschlossen einen gr\u00f6\u00dferen Geldbetrag bei einem albanischen Kredithai auf der Thaliastra\u00dfe in Empfang, den ich f\u00fcr wirtschaftsf\u00f6rdernde Ma\u00dfnahmen investieren werde.<\/p>\n<p>4. J\u00e4nner 2013<\/p>\n<p>Ich habe, dank der finanziellen Potenz des Albaners, Anteile an der zweitgr\u00f6\u00dften Gafferbandmanufaktur in Hernals erworben und mich gleich in die Herzen der Belegschaft vorgearbeitet: Gafferband f\u00fcr alle als monatlich auszuh\u00e4ndigende Pr\u00e4mie. Daf\u00fcr wird das 13. und 14. Monatsgehalt gestrichen. Eine Ma\u00dfnahme die seitens der Fachgruppe \u201eGaffer Tape\u201c in der Wiener Wirtschaftskammer mehrheitlich begr\u00fc\u00dft wird. Geht\u2019s der Wirtschaft gut, geht\u2019s uns allen gut! Den Betriebsrat mit seinen elendigen und wirtschaftshemmenden Einw\u00e4nden habe ich kurzerhand mit Gafferband \u00fcberklebt.<\/p>\n<p>3. M\u00e4rz 2013 (Vorgriff)<\/p>\n<p>Ich erwache, mit Gafferband an mein Bett gefesselt, weil ich, v\u00f6llig euphorisiert durch die vielen positiven Ver\u00e4nderungen in meinem Leben, vergessen habe, dem albanischen Kredithai auf der Thaliastra\u00dfe die erste Rate zu zahlen. Ich stelle jedoch beruhigt fest, dass das kunstvoll um meine Fu\u00df- und Handgelenke geschwungene Gafferband, das mir bis auf die Knochen schneidet, aus eigener Produktion stammt. Der zuvorkommende Mitarbeiter des Albaners (\u201eZwickel, nix sein was Pers\u00f6nliches, hast du geh\u00f6rt?\u201c) stolpert mit seiner schweren Kettens\u00e4ge \u00fcber die F\u00fc\u00dfe des von mir ermordeten Innenarchitekten und bricht sich das Genick. Die im Wandschrank verborgene Ex-Miss-Liechtenstein st\u00fcrmt in schwarzem Umstandskampfanzug an mein Bett, \u00fcbergie\u00dft mich mit Benzin und z\u00fcndet die Sprenggranate in ihrem flachbr\u00fcstigen Hungerhaken-Dekollet\u00e9. Sie war nach ihrer Entlassung in das neu geschaffene Berufsheer eingetreten.<\/p>\n<p>Ich \u00fcberklebe mein ereignisloses Leben mit Gafferband und schlafe wieder ein. Ich muss einfach ruhiger und gelassener werden. Das nehme ich mir f\u00fcr 2014 fest vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Jahreswechsel bietet traditionell die Option, seinen eigenen Lebenswandel einmal grunds\u00e4tzlich zu \u00fcberdenken. 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